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Jauchzet - frohlocket...... mit der Chorgemeinschaft Schwarzenburg
Es gibt für einen Laienchor wohl kein Werk, das zu singen so viel Freude bereitet wie das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Die Chorgemeinschaft Schwarzenburg hat sich mit Erfolg in der Weihnachtszeit 2009 diesem Werk gewidmet, und die Chormitglieder wie auch die Zuhörer wurden mit einer Aufführung belohnt, welche zum Abschluss der Weihnachtstage viel Licht und Freude in die Altjahrswoche hinüber retten konnte.
Jauchzet - frohlocket..... so beginnt das Werk, das alle dunkeln Seiten des Lebens von Jesus noch ausblendet. In den Passionen ist es dann früh genug, diese menschliche Tragödie in all ihren Faszetten darzustellen und nachzuempfinden. Jetzt aber geht es um die Geburt des Retters, des Heilsträgers, des Christus. Engel, Hirten, Maria und Josef...... sie alle stehen im Mittelpunkt, wenn es darum geht, die Geburt eines mensch-gewordenen Gottes zu verkündigen.
Und der Chor wächst in diese Rolle der Verkünder grosser Freude hinein, gibt sein Bestes, wenngleich die vom Dirigenten Markus Reinhard angeschlagene gedehnte Langsamkeit der Interpretation etwas gar stark von der "tempo giusto"-Aufführungspraxis inspiriert ist, um es lieb auszudrücken und um nicht zu sagen, dass es hie und da ein wenig schleppte. Leider gilt auch hier "Les absents ont toujours tort". Dass der Chorklang unüberhörbar einseitig frauenlastig ist, liegt nämlich definitiv nicht an einer besonders feministischen oder femininen Aufführungspraxis, sondern daran, dass auch die Chorgemeinschaft Schwarzenburg an einem krassen Mangel an Männerstimmen leidet. Tenöre und Bässe im Schwarzenburgerland - wo seid ihr? Warum habt ihr gefehlt? Natürlich: die paar Männer, die da waren, haben versucht, den Frauen die Stange zu halten, haben das auch super gemacht, Kompliment! Aber so ganz gelungen ist es ihnen nicht - konnte es ihnen nicht gelingen, denn das Ungleichgewicht im Chor war nun doch augenfällig zu gross. So musste ich halt manchmal die Bassstimme innerlich selber ergänzen, denn schliesslich habe ich das Werk vor einigen Jahren mit der Thuner Kantorei selber gesungen, denkwürdig damals: Die Stadtkirche Thun platzte aus allen Nähten, die Leute sassen auf der Treppe, standen in den Gängen....
Auch die Steffisburger Dorfkirche war überfüllt, und all die Leute, die gekommen waren, bereuten dies nicht. Denn das Wichtigste war glaubwürdig herüber gekommen, nämlich die Aufforderung: Jauchzet, frohlocket! Ein würdiger Abend, und ein grosser Dank an die Chorgemeinschaft Schwarzenburg, die in "meiner" Heimkirche Steffisburg Ehre fürs Kulturschaffen auf dem Lande eingelegt hat.
27.12.2009/GEA
Dorfkirche Steffisburg