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Reformierte Kirche

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Die Reformierte Kirche in der Schweiz lebt

Eine vm Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund in Auftrag gegebene Studie von Professor Jörg Stolz kommt zum Schluss, dass die Reformierten Kirchen bis 2050 nur noch 20% der Bevölkerung ausmachen. Da werden Birnen und Aepfel zusammengezählt und darus Apfel-Birnmus produziert...... denn was der Professor offenbar übersehen hat:

Es gibt Kantone, in denen die Reformation gar nie stattgefunden hat, sondern hier sind einige Reformierte eingewandert, das sind typische Diaspora-Kirchen. Hier war und ist der Anteil der Reformierten von jeher klein.

Es gibt in der Schweiz Kantone, in denen die Reformation ihren Anfang nahm und die eine reformierte Tradition haben, wie Zürich (Zwingli/Bullinger) oder Genf (Calvin), aber auch Bern. In Bern gehören noch heute rund 60% der Bevölkerung der reformierten Kirche an. Natürlich geht dieser Anteil zurück, wie auch der Anteil der Schweizer insgesamt an der Gesamtbevölkerung zurückgeht. Wer zuwandert und wer viele Kinder hat sind halt nicht die Reformierten, sondern sind meist Ausländer, oft anderen Glaubens und aus anderen Kulturen. Dies ist ein Fakt, das nicht wegzudiskutieren ist. Deswegen in Trauer zu verfallen, wäre absolut falsch.

Gerade die Berner Reformation wirkt heute geradezu revolutionär modern. Lesen Sie mal den Berner Synodus, ein Reformationsdokument von 1532. Da bekommt die Kirche den Auftrag, ihre Stimme zu erheben gegen Ungerechtigkeiten, den Mächtigen auf die Finger zu klopfen und das Gewissen zu schärfen. Gerade diese Wertevermittlung ist es doch, was wir heute brauchen würden, in der Reformation um 1530 wie heute 2010. Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn engaggieren sich in Fragen der Globalisierung, der Oekologie, des Zusammenlebens mit anderen Kulturen und Religionen, der Armut, der Jugendarbeitslosigkeit. Viele Institutionen, welche denselben Werten verpflichtet sind und konkrete Hilfe leisten, werden mit namhaften Beiträgen unterstützt, so die Dargebotene Hand, das Blaue Kreuz, der Cevi (Jugendorganisation). Die Reformierte Kirche lebt in den Kirchgemeinden, zwar unterschiedlich und nicht überall gleich bunt. Für viele Menschen bietet sie eine Heimat. Sonntagsgottesdienste sind das eine, das Leben in den Kirchgemeindehäusern (Mittagstisch, MuKi- und VaKi-Anlässe, Jugendanlässe etc.) darf man aber nicht vergessen.

Das Schweizer Fernsehen hat dazu einen interessanten Beitrag ausgestrahlt, der links zu sehen ist. Der Zürcher Kirchenratspräsident Ruedi Reich nimmt in seiner gewohnt guten Art Stellung und erklärt, warum es keinen Sinn macht, mit traueriger Miene herumzulaufen. Und Christof Sigrist, der Grossmünsterpfarrer, weist darauf hin, dass es durchaus auch Gottesdienste gibt, die eher einen zunehmenden Besuch aufweisen. Er schlägt den Bogen zurück zur Reformation, und insgesamt hat man nach diesem Beitrag nicht den Eindruck, zu einer sterbenden Kirche zu gehören.

Die Schweiz ist seit der Gründung als moderner Bundesstaat ein von der Reformation geprägter moderner Staat und soll es auch bleiben! Dies ist er weitgehend auch dank der Reformation. Wollen wir diese Ausstrahlung in die Gesellschaft wirklich aufs Spiel setzen und uns auf uns selbst zurückziehen? Nein, wir wollen uns sogar vermehrt in Diskussionen einmischen, wie eine gerechte dund friedliche Gesellschaft aus christlicher Sicht aussehen könnte!
21.4.2010/GEA

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