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Plötzlich Prinzessin

Kultur > Fernsehen

Vom hässliche Entlein zur Prinzessin. Oder: Wie Anne Hathaway aus einer unterdurchschnittlichen Story ein modernes Märchen macht.

Eigentlich hätte ich ja keine Zeit, seichte Fernsehfilme zu schauen. Und der Film "Plötzlich Prinzessin" gehört wohl schon in diese Kategorie. Eher zufällig geriet ich heute Sonntagabend auf den zweiten Kanal des Schweizer Fernsehens, weil ein Programmdirektor offenbar beschlossen hatte, den ersten Kanal für irgend eine langweilige Sport-Show einzusetzen statt für einen Schweizer Film. Dieses Zappen wurde mir zum Verhängnis, denn ich blieb in Amerika, bzw. bei einem amerikanischen Film hängen. Amerikanische Filme aber sind der Inbegriff von Un-Kultur!

Dass ich trotzdem hängen blieb, ist vor allem das Verdienst von Anne Hathaway, einer hinreissenden Schauspielerin, die alle Register ziehen kann. Wie sie sich vom hässlichen Entlein zur Prinzessin und Thronfolgerin von Genovien entwickelt - alle Achtung! Ein Mädchen zum Verlieben, und wie es sich für einen amerikanischen Märchenfilm gehört, verliebt sie sich am Schluss in einen einfachen Automechaniker und verschmäht ihre überheblichen und eingebildeten College-Kollegen.

Die Story selbst ist einfach. Ein etwas unbeholfenes und hässliches amerikanisches Mädchen bekommt von ihrer Grossmutter die Mitteilung, dass sie Prinzessin von Genovien sei. Und weil der König - ihr Vater - kürzlich verstorben ist, wird sie als einzige Blutsverwandte die Thronfolgerin, ganz zum Leidwesen eines Barons, der sich Hoffnung auf die Königsehre machen darf. Der König verliebte sich vor 16 Jahren in die Mutter der amerikanischen Göre, einer extravaganten Künstlerin, die mit farb-gefüllten Luftballons Bilder malte. Und nun, da der König tot ist, taucht eben dessen Mutter auf und sucht die Thornfolgerin. Diese stellt sich linkisch an, verheddert sich, bleibt schliesslich mit ihrem Mustang (kein Pferd, sondern ein Auto!) im Regen von San Francisco stecken, bis sie in allerletzter Sekunde an einer "Party" (oder europäisch ausgedrückt: an einem Empfang) erklärt, das Amt als Prinzessin antreten zu wollen - natürlich nicht aus Eigennutz, sondern um der Menschheit von 7 Mrd Menschen zu dienen. Die Story ist schrecklich sentimental, unrealistisch, eben ein Märchen. Ein verlorener Fernsehabend? Vielleicht. Aber fürs Gemüt ist es trotzdem gut. Wie eben Märchen sind. Zum Träumen.

7.2.2010/GEA

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