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nach dem Roman von Martin Suter
"Nicht ich, sondern ich"
Dieser Film verspricht Unterhaltung..... wenn man sich einfach von der Story hinein reissen lässt. Warum auch nicht, obwohl sie eher banal daher kommt. Der junge Erfolgsautor, der vom Kulturbusiness umworben und in den Himmel gelobt wird, stottert beim Vorlesen seines Bestsellers. Er stolpert gar über einfachste Wortkombinationen, möchte davon rennen vor dem eigenen Mut, wird aber gezwungen, das Theater im Kulturtheater mitzumachen. Nein, er hat das Werk nicht selber geschrieben. Er hat es in einem Nachttisch gefunden, eingescannt, als sein Werk ausgegeben, alles nur, um der Angebeteten zu gefallen. Doch der wahre Autor, ein älterer Alki, meldet sich zurück: Er will sich ein Stück vom Erfolgskuchen abschneiden. Und er verfolgt den jungen Erfolgsautor auf Schritt und Tritt, er erpresst ihn. Stelle man sich vor: der Erfolgsroman ein Plagiat, der Erfolgsautor ein Plagör, der Erfolgfreund ein Flop.... Bis sich herausstellt, dass auch der alte Mann das Manuskript nicht verfasst haben kann. Geschrieben hat es jener, dessen Unfall im Buch beschrieben ist..... und der dabei umgekommen ist.
Aber es steckt wohl mehr dahinter, als in den Filmkritiken steht und als man vordergründig auf der Kinoleinwand sieht. Ist es Zufall, dass im Film der Name jenes Schweizer Autors mehrmals genannt wird, dessen Werk das Thema der eigenen Identität am konsequentesten thematisiert hat: Max Frisch. Wer ist nun der Autor - ich der junge Erfolgsautor, ich der ältere versoffene Freund, ich das "Alter Ego"? Wer bin ich? Ich bin nicht Stiller, nein, ihr täuscht euch, ich bin ....... Lila Lila.
Ein wunderschöner Film zum Hinhalten, zum Ab- und Zuschalten, zum Nachschalten in Gedanken. Und zum Aushalten, weil er trotz allem nicht tod-ernst ist. Oder doch?
Kino Splendid Bern, 23.12.2009/GEA