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HD Soldat Läppli

Kultur > Fernsehen

"Schwachsinn" als Schutzschild

Der Original-Läppli-Film mit Alfred Rasser kommt am 24.1.2010 wieder mal am Fernsehen, von der Bildqualität her so aufgemotzt, dass man ihn wieder zeigen kann. Das ist verdienstvoll, denn die Kopie mit Roland Rasser, die in den letzten Jahren immer wieder gesendet wurde, ist durchaus amüsant, sie kommt aber doch nciht ganz ans Original mit Vater Rasser heran.


So kann ich mich wieder mal amüsieren

  • an der sanitarischen UC mit dem "Büsiater", der mehr spinnt als Läppli
  • an der Mediation zwischen Kanarienvogel und Katze mit tödlichem Ausgang für den Vogel
  • an der "diskretischen Mission" Läpplis bei Fräulein Alice, der Angebeteten seines Oberleutnants, die in einer gar indiskreten Schlägerei des tapferen Kameraden Mysli mit dem werbenden "Tessiner" endet
  • an der Bahnfahrt nach Porrentruy, die nach einem Notbremsehalt in Delémont zu Fuss fortgesetzt wird: zurück wandernd nach Moutier, vorwärts laufend nach Laufen.....
  • an der Telefonordonnanz Läppli: "nein, hier ist nicht der Söistall, hier ist das Kompagniebüro"
  • am Strafexerzieren des Leutnants, bei dem ein anderer Wind, nämlich ein Nordwind, pfeift, und der à bout de souffle ist, weil sich ein Läppli durch nichts abhalten lässt, seine Zahlenmerk-Geschichte zum bitteren Ende zu führen
  • am Happy End von Oberleutnant Clermon mit Alice, das Läpplli zum Kommentar anregt: "Wenn man sich näher kennen würde, dann hätten die Leute Frieden und es brauchte keine Armee; aber man soll sich gar nicht näher kennen lernen, denn eine Armee braucht es doch - sagen sie".....


Der Film ist wohl für Junge nicht mehr verständlich, er ist ein historisches Dokument. In der Zeit des Kalten Kriegs 1959, als Dienstverweigerer im Gefängnis landeten und jede noch so leise Kritik an der Armee als Landesverrat galt, war dieser Film aber Teil des patriotischen Widerstands gegen den überbordenden Patriotismus. Mit der sympathischen Figur Läppli konnte Rasser das sagen, was er als Alfred Rasser nicht sagen durfte, bzw. wofür er später als "Kommunist" geächtet und boykottiert wurde.

24.1.2010/GEA

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